BIG- spezifische Bewegungstherapie bei Parkinson

Mit Ihrer Unterstützung ermöglichen Sie die Entwicklung eines Therapieprojektes in der Fachklinik Beelitz-Heilstätten.

Dr. Ebersbach, Chefarzt und Leiter des Neurologischen Fachkrankenhauses für Bewegungsstörungen/Parkinson Beelitz-Heilstätten, stellt Ihnen das Projekt vor:

Das Projekt

BIG – spezifische Bewegungstherapie bei Parkinson

Eine neue Bewegungstherapie soll der fortschreitenden Abnahme der Beweglichkeit bei der Parkinson-Erkrankung entgegenwirken: Die BIG-Methode

Schwerpunkt von »BIG« ist das gezielte Üben von Bewegungen mit großer Amplitude (Umfang) zur Verbesserung von Geschwindigkeit und Bewegungsausmaß bei Patienten mit parkinsontypischer Verlangsamung und Verkleinerung der Bewegungen (»Bradykinese«). Durch intensives Wiederholen und ständige Erfolgskontrolle durch den Therapeuten bewirkt BIG, dass Patienten wieder auf ungenutzte Bewegungsmöglichkeiten zugreifen und diese bewusst im Alltag einsetzen können.

Die Behandlung ist auf eine Verminderung der Bewegungsverlangsamung ausgerichtet und hat eine Verbesserung der Alltagskompetenz zum Ziel. Die Gehgeschwindigkeit nimmt durch Vergrößerung der Schrittlänge zu und auch zielgerichtete Bewegungen der Arme werden größer und schneller. Durch die Anwendung von BIG-Bewegungen im Alltag entsteht zunehmend eine Situation des permanenten Übens, so dass die verbesserten Bewegungsabläufe immer mehr automatisiert und selbstverständlich werden.

Durch frühzeitig im Krankheitsverlauf einsetzende Behandlung mit der BIG-Methode soll der bei Parkinson häufig fehlenden Nutzung vorhandener Bewegungsreserven entgegengewirkt werden. Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung lassen darauf schließen, dass auf diese Weise das Fortschreiten der Behinderung verzögert werden kann. Lebensqualität und Selbständigkeit sollen so lange wie möglich erhalten bleiben.

Erfahrungsbericht zur Therapie

Klosterfelde, 22.03.2014

 

Sehr geehrter Herr Dr. Ebersbach,

 

mein Name ist Manuela Schnelle, ich bin 51 Jahre alt und arbeite in einer Kinderarztpraxis. Im Juli 2011 wurde ein Morbus Parkinson diagnostiziert.

Meine heile Welt, die ich bis dahin beschritten hatte, war zerstört. Es gab ein auf und ab und ich versuchte die Diagnose zu ignorieren.

Ich wurde von einer Neurologin auf Sifrol und Azilect eingestellt und damit war die Therapie für mich auch schon beendet. Ich setzte mich mit dieser Erkrankung nicht auseinander. Im November 2013 bemerkte ich motorische Verschlechterungen und auch das Kurzzeitgedächtnis ließ nach.

Die Sprachtherapeuthin Frau Dr. Mallien sah mich im Februar 2014 in der Kinderarztpraxis und erkannte meine Defizite.

Sie schlug mir die LSVT BIG Therapie vor. Ich war sofort bereit mich dieser Therapie zu unterziehen. Sie leitete alle notwendigen Schritte ein und stellte den Kontakt zum Physiotherapeuten Herrn Sebastian Trebs her. Ihr gilt mein besonderer Dank.

 

Am Montag, den 24.Februar2014 traf ich zum ersten Mal den Physiotherapeuten Herrn Sebastian Trebs. Ich war gespannt und enorm motiviert.

Sehr anschaulich erklärte er die Vorgehensweise in den nächsten 4 Wochen.

Und das ist mein eigentliches Anliegen, Ihnen mitzuteilen das Herr Trebs mir gezeigt hat, wozu mein Körper noch fähig ist. Er ist ausgesprochen kompetent. Durch seine ruhige aber zugleich fordernde Art löste er einen dermaßen großen Bewegungsschub aus, dass ich, meine Familie und auch Freunde sehr überrascht davon sind. Ich freute mich jeden Tag auf die Therapie und auf das Training zuhause (morgens um4:45 Uhr). Natürlich fielen mir die Übungen anfänglich sehr schwer und nach ca. 4 Tagen dachte ich, dass schaffe ich nie. Aber Herr Trebs hat sehr schnell herausgefunden, wo meine Stärken und wo meine Schwächen liegen und hat gezielt daran gearbeitet. Er motivierte wenn er merkte, dass es mir schwer fiel und hat gepowert, wenn ich in Leichtigkeit verfiel. Er ist so authentisch und positiv.

 

Heute nach 4 Wochen Therapie bin ich wieder fast ein Stück wie früher. Ich habe meine Lebensfreude wieder gewonnen, weil er mir gezeigt hat, dass es weitergeht und gut weitergeht. Ich bin so froh, dass Herr Trebs mich ein Stück begleitet hat und werde ihm ewig dankbar sein, dass er meine Mobilität wieder ein Stück weit hergestellt hat.

 

I Think BIG.

 

Mit freundlichem Gruß

Manuela Schnelle

 

Zusammenfassend ein kleiner Auszug was ich wieder kann:

Computertastatur in einer normalen Geschwindigkeit beidhändig benutzen

Nähen mit der Nähmaschine

gerade Haltung

große gleichmäßige Schritte

aufstehen und loslaufen ohne überlegen

Treppen hopsen

Gleichgewicht enorm verbessert – kein schwankender Gang mehr